Zwei Auskunfteien, zwei Landkarten
Creditreform und Dun & Bradstreet beantworten dieselbe Frage: wie solide ist diese Firma? Creditreform tut es aus rund 130 Geschäftsstellen für Deutschland, Österreich und die Schweiz, Dun & Bradstreet aus einem globalen Bestand mit der D-U-N-S-Nummer als Kennung.
Die kurze Antwort
Sie prüfen die Bonität deutscher, österreichischer oder Schweizer Kunden und Lieferanten.
→ Creditreform
Die größte deutsche Wirtschaftsauskunftei arbeitet mit rund 130 Geschäftsstellen und register-gestützten Stammdaten. Beim Mittelständler aus der Nachbarstadt ist die Auskunft in der Regel tiefer als bei einem globalen Anbieter.
Ihre Kunden und Lieferanten sitzen weltweit, und Sie brauchen Konzernhierarchien und eine einheitliche Kennung für Compliance.
→ Dun & Bradstreet
Die D-U-N-S-Nummer ist der weltweit gebräuchliche Schlüssel für Firmen, und die Konzernhierarchien zeigen, wem eine Tochter in Singapur tatsächlich gehört. Das ist der Kern von D&B.
Ihr Vertrieb sucht Firmen nach Firmografie im DACH-Raum und will Adressen daraus ziehen.
→ Creditreform
Creditreform bietet neben der Auskunft Marketing-Adressen nach Firmografie an, aus demselben register-gestützten Bestand. D&B Hoovers ist das Gegenstück für weltweite Zielgruppen, im deutschen Mittelstand aber weniger tief.
Sie wollen wissen, welcher Fertigungsbetrieb gerade investiert und warum er jetzt zuhören würde.
→ Dafür ist keines von beiden gebaut
Beide beschreiben Risiko und Struktur einer Firma, die Sie schon kennen. Weder Maschinenpark noch Zertifikate noch die neue Halle auf der Nachrichtenseite stehen in einer Bonitätsauskunft.
Direkter Feature-Vergleich
Stärken und Schwächen basierend auf echten Nutzererfahrungen und Datenarchitekturen.
Creditreform
Die größte deutsche Wirtschaftsauskunftei aus Neuss, als Verein mit rund 130 Geschäftsstellen organisiert. Bonitätsauskünfte, Firmenwissen und Marketing-Adressen für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Die größten Stärken
Die Schwächen
Dun & Bradstreet
US-amerikanischer Anbieter globaler Firmendaten, im DACH-Raum seit 2021 mit dem ehemaligen Bisnode. Die D-U-N-S-Nummer als weltweite Kennung, Risiko und Bonität, Konzernhierarchien, dazu D&B Hoovers für den Vertrieb.
Die größten Stärken
Die Schwächen
Tiefe Marktanalyse: Für wen eignet sich was?
Dieselbe Frage, zwei Landkarten
Creditreform und Dun & Bradstreet werden im Einkauf, in der Finanzabteilung und in der Rechtsabteilung oft als Alternativen gehandelt, und in einem Punkt sind sie das: beide beantworten die Frage, wie solide eine Firma ist. Bonität, Risiko, Stammdaten. Auf dieser Ebene sind es zwei Wirtschaftsauskunfteien, und beide sind seriös.
Der Unterschied liegt in der Landkarte. Creditreform ist ein Verein aus Neuss mit rund 130 Geschäftsstellen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dun & Bradstreet ist ein US-amerikanischer Konzern mit einem globalen Bestand, der im DACH-Raum seit 2021 den ehemaligen Bisnode-Bestand einschließt. Wer fragt, für wen welches passt, muss zuerst fragen, wo die eigenen Kunden und Lieferanten sitzen.
DACH-Tiefe: hier gewinnt Creditreform
Die Geschäftsstellen-Struktur ist mehr als Organisationsfolklore. Sie bedeutet, dass die Auskunft über einen Mittelständler aus dem Schwarzwald von Leuten gepflegt wird, die die Region kennen, mit register-gestützten Stammdaten und dem Bonitätsurteil dazu. Banken, Kreditversicherer und Einkaufsabteilungen akzeptieren das Urteil seit Jahrzehnten.
Dun & Bradstreet erfasst den deutschen Mittelstand zwar, aber nach unserer Einschätzung weniger tief als ein register-nativer Anbieter. Das ist kein Vorwurf, sondern die Folge eines globalen Modells: ein Bestand, der alle Länder gleich behandelt, kann nicht in jedem Land so tief sein wie einer, der nur drei kennt.
Global und Konzernhierarchie: hier gewinnt Dun & Bradstreet
Die D-U-N-S-Nummer ist der weltweit gebräuchliche Schlüssel, um eine Firma eindeutig zu benennen, und in den Einkaufsprozessen großer Konzerne wird sie nach unserer Erfahrung regelmäßig abgefragt. Dazu kommen die Konzernhierarchien: Wer ist die Mutter der Tochter in Singapur, wem gehört der Lieferant in Mexiko, und hängt beides am selben Risiko?
Für Compliance ist das der entscheidende Punkt. Eine Firma, die in fünfzehn Ländern einkauft, braucht eine Kennung, die in allen fünfzehn gilt. Creditreform kann das im deutschsprachigen Raum, aber der Radius endet dort.
Vertrieb: Marketing-Adressen gegen Hoovers
Beide Anbieter haben ein Vertriebsprodukt neben der Auskunft. Creditreform bietet Marketing-Adressen an, also Firmenadressen nach Firmografie aus dem eigenen Bestand: Branche, Größe, Region, Rechtsform. Dun & Bradstreet bietet D&B Hoovers, eine Vertriebsplattform mit Suche über den globalen Bestand.
Für den Vertrieb an deutsche Mittelständler ist Creditreform hier meist die bessere Quelle, weil Adresse und Stammdaten aus derselben Tiefe kommen wie die Auskunft. Für den Vertrieb an Konzerne in mehreren Ländern ist Hoovers das passende Werkzeug. In beiden Fällen bekommen Sie eine Firmografie-Selektion, keine Recherche.
Preise: je Vorgang gegen Enterprise-Vertrag
Creditreform rechnet je Auskunft oder je Liste ab. Das ist transparent bei wenigen Vorgängen und wird bei vielen zur Rechenaufgabe. Dun & Bradstreet arbeitet mit Enterprise-Verträgen, deren Höhe wir hier nicht beziffern, die aber auf Konzerne zugeschnitten sind. Ein Vertriebsteam mit zwei Leuten, das fünfzig Firmen im Monat anrufen will, ist bei beiden nicht der Kunde, für den das Preismodell gebaut wurde.
Die ehrliche Rechnung geht bei beiden über den Listenpreis hinaus. Eine Auskunft beantwortet die Frage, ob Sie einer Firma trauen können. Sie beantwortet nicht, ob Sie sie anrufen sollten. Diese zweite Frage kostet danach die Stunden, in denen jemand die Website liest, den richtigen Ansprechpartner sucht und den Anlass findet. Wer diese Stunden mitrechnet, vergleicht den Preis je geführtem Gespräch, nicht den Preis je Auskunft.
Was beide nicht beantworten
Beide Anbieter beschreiben eine Firma, die Sie schon kennen: solide oder nicht, verflochten oder eigenständig, groß oder klein. Das ist die richtige Frage für die Kreditentscheidung und die Lieferantenfreigabe. Es ist die falsche Frage für den Vertrieb an Fertigungsbetriebe.
Dort lautet die Frage: Was kann diese Firma, wer entscheidet, und warum sollte sie gerade jetzt mit mir sprechen? Ob ein Betrieb zerspant oder spritzgießt, ob er eine IATF 16949 trägt, welche Maschinen in der Halle stehen, steht in keiner Bonitätsauskunft. Und die neue Halle, die offene Stelle in der Fertigung, die frische Zertifizierung stehen auf der Website der Firma, nicht in einer Auskunftei. Weder Creditreform noch Dun & Bradstreet lesen sie mit. Wie sich reine Registerrecherche von einem Bonitätsurteil unterscheidet, zeigt unser Duell NorthData vs. Creditreform.
Wenn Ihre Frage die Bonität im DACH-Raum ist, nehmen Sie Creditreform. Wenn Ihre Frage Konzernstruktur und weltweite Kennung ist, nehmen Sie Dun & Bradstreet. Wenn Ihre Frage der Anlass für den nächsten Anruf ist, löst keines von beiden das Problem, und Sie sollten sich die Kategorie darunter ansehen.
Weder Creditreform noch Dun & Bradstreet passen?
Kodo Leads ist keine dritte Auskunftei und keine Datenbank zum Filtern. Wir liefern für den Industrie-Mittelstand im DACH-Raum die fertig recherchierte Firmenliste: was die Firma kann, wer dort entscheidet, was gerade passiert, und hinter jeder Aussage der Link zur Fundstelle. Bonität prüfen wir nicht; das bleibt Aufgabe einer Auskunftei.
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